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Bakterien im Darm: Drei Gläser mit Shakes zum Abnehmen, ein Messlöffel mit Pulver und ein Maßband.
iStockphoto/Rimma_Bondarenko
Symbolbild

Überflüssige Pfunde loszuwerden, hilft nicht nur, das Risiko für Folgekrankheiten zu senken oder sogar auf die Medikamente verzichten zu können. Eine Diät kann auch die Vielfalt günstiger Bakterien im Darm fördern, die für die Gesundheit und gute Abwehrkräfte so wichtig sind.

Die Gemeinschaft der Bakterien in unserem Darm, die sogenannte Darmflora, entscheidet mit darüber, ob wir anfällig für Krankheiten sind oder uns einer stabilen Gesundheit erfreuen. Je mehr verschiedene gesunde Bakterienarten sich im Darm tummeln, umso weniger können sich krank machende Darmbewohner ausbreiten.

Was Darmbakterien lieben und hassen

Einseitige, fett- und kohlenhydratreiche Ernährung, Übergewicht oder die Einnahme von Antibiotika können dazu führen, dass die Vielfalt und Funktion der gesunden Darmbakterien abnimmt. Eine ausgewogene Ernährung mit vielen Ballaststoffen aus Gemüse und Obst fördert dagegen eine gesunde Darmflora. Aber auch überflüssige Pfunde abzubauen, könnte den gesunden Darmbakterien helfen, wie eine kleine neue Studie zeigt.

Gewichtsverlust ist doppelt gut

In der Studie verzichteten die übergewichtigen Typ-2-Diabetiker mehrere Wochen lang auf normales Essen und ernährten sich mithilfe einer Formula-Diät mit nur 800 Kalorien täglich. Während die Pfunde purzelten, nahm auch die Vielfalt der für den Körper günstigen Bakterien zu.

Gleichzeitig wurden die schädlichen Bakterien verdrängt, die eine Arterienverkalkung fördern. Die Diät könnte sich demnach doppelt günstig auf die Gesundheit auswirken: Einmal durch den Abbau überflüssiger Pfunde, die Herz, Kreislauf und Stoffwechsel belasten, andererseits durch ein Mehr an gesunden Darmbakterien.

Leichter abnehmen mit Shakes

Bei Diabetes fällt es durch den veränderten Stoffwechsel besonders schwer, überflüssige Pfunde abzubauen. Sinnvoll ist bei Diabetes eine Diät, mit der die Insulinausschüttung verringert und die Fettverbrennung gefördert wird. Das bedeutet: nur wenig Zucker und Kohlenhydrate, dafür mehr Eiweiß und körperliche Aktivität, möglichst eine halbe Stunde täglich.

Formula-Diäten mit einer festgelegten Kalorien- und Nährstoffzusammensetzung in Form von Shakes und Suppen können dabei besonders hilfreich sein. Untersuchungen zeigen, dass Diabetiker damit bessere Ergebnisse erzielen können als mit herkömmlichen Diäten.

Alle wichtigen Nährstoffe

Bei Formula-Diäten wird ein Nährstoffpulver, das ein ausgewogenes Verhältnis von Eiweiß, Kohlenhydraten und Fetten enthält, mit Wasser, fettarmer Milch oder fettarmen pflanzlichen Milchalternativen zu Suppen, Shakes oder Cremes angerührt. In Absprache mit dem Arzt ersetzen diese über einen festgelegten Zeitraum alle oder einen Teil der Mahlzeiten.

Wichtig ist, dass das Formula-Produkt die Mindestmenge aller wichtigen Nähr- und Vitalstoffe enthält. In Ihrer Apotheke beraten wir Sie dazu gerne. Um das erreichte Gewicht langfristig zu halten, kann es helfen, nach der Diät an einem Tag pro Woche ein bis drei Mahlzeiten durch ein Formula-Produkt zu ersetzen.

Was den Darmbakterien sonst noch hilft

Die Zusammensetzung der Bakterien im Darm ist zum Teil angeboren, wird aber auch vom Lebensstil beeinflusst. Vor allem die Ernährung und ausreichend körperliche Bewegung spielen eine wichtige Rolle. Die folgenden Tipps können helfen, die Vielfalt der gesunden Bakterien im Darm zu erhöhen:

Ballaststoffe sind die unverdaulichen Bestandteile unserer Nahrung und vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Eine ballaststoffreiche Ernährung scheint der wichtigste Faktor für eine gesunde Darmflora zu sein: Obst, Gemüse und Vollkornprodukte enthalten Ballaststoffe, welche die Zahl gesunder Darmbakterien erhöhen. Erwachsene sollten täglich etwa 30 Gramm Ballaststoffe zu sich nehmen. Wer statt Weiß- oder Mischbrot Vollkornbrot wählt und täglich drei Portionen ballaststoffreiches Gemüse und zwei Portionen Obst verzehrt, ist auf der sicheren Seite. Besonders reich an Ballaststoffen sind Karotten, Paprika, Schwarzwurzel und Hülsenfrüchte wie Linsen. Bei Obst stehen Beeren, Kiwis und Birnen an vorderer Stelle.
Präbiotika sind eine bestimmte Gruppe von Ballaststoffen, die vom Körper nicht verdaut werden, die aber unseren gesundheitsfördernden Bakterien als Nahrung dienen. Dazu zählen Inulin und Oligofruktose. Die guten Darmbakterien lieben diese Präbiotika und können sich durch sie besser vermehren. Schlechte Bakterien werden so zurückgedrängt. Präbiotika sind vor allem in Chicorée, Topinambur, Zwiebeln, Knoblauch, Schwarzwurzeln, Artischocken und Bananen enthalten.
Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die in unserem Darm leben und unsere Darmflora positiv beeinflussen. Sie sind in Lebensmitteln wie Joghurt, Kefir und Buttermilch enthalten. Auch fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut und Salzgurken und anderes milchsauer eingelegtes Gemüse enthalten nützliche Bakterien. Sie sollten öfter mal auf dem Speiseplan stehen. In Ihrer Apotheke gibt es Probiotika in Kapseln oder Pulverform mit zertifizierten vermehrungsfähigen Darmbakterien für eine gesunde Darmflora.

Kur nach Antibiotika

Durchfall nach der Einnahme von Antibiotika ist ein typisches Zeichen dafür, dass die Darmflora durcheinandergeraten ist. Präparate mit probiotischen Bakterien wie Lactobazillen und Bifidobakterien als Pulver oder Kapseln aus Ihrer Apotheke helfen während und nach einer Antibiotika-Therapie, die Darmflora wieder zu stabilisieren.

Gabriele Preuschoff,

Ihre Apothekerin

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